Mal eben schnell ne Daten DVD brennen

Wer kennt die Situation nicht? Man möchte mal eben schnell eine Sicherung von ein paar Gigabyte anfertigen und eine DVD davon brennen. Tools mit K3B oder xcdroast sind hier hilfreich und funktionieren in den meisten Fällen problemlos.
Wie aber funktioniert das Ganze eigentlich über die Kommandozeile und was gilt es dabei zu beachten?

Ich habe mich für den Weg mit cdrecord entschieden. Alternativ ist growisofs zu verwenden, wird aber hier nicht behandelt. Die Variante mit cdrecord bietet die Möglichkeit das Image vorher zu überprüfen und bietet die größtmögliche Flexibilität bei der Optionenwahl.

Dazu benötigt man die Programme:

  • einen DVD-Brenner, bei mir der NEC ND-4570A
  • einen Kernel mit aktivierte loopback device Unterstützung
  • mount, sollte vorhanden sein
  • mkisofs, enthalten in den cdrtools (emerge cdrtools, bei mir Version 2.01.01 alpha23)
  • cdrecord, ebenfalls enthalten in den cdrtools

Die folgenden Arbeitsschritte sind am Einfachsten als root auszuführen.Die Berechtigungsverfahren für normale User sind nicht ganz trivial.

Um herauszufinden, ob cdrecord den Brenner erkennt, kann man mit cdrecord dev=ATA –scanbus, die Hardwareerkennung ausführen. Dabei gibt dev=ATA an, die IDE Devices zu untersuchen.

Das Ergebnis sieht dann zum Beispiel so aus:

Code:
Cdrecord-ProDVD-Clone 2.01.01a23 (i686-pc-linux-gnu) Copyright (C) 1995-2006 Jörg Schilling
scsidev: 'ATA'
devname: 'ATA'
scsibus: -2 target: -2 lun: -2
Warning: Using badly designed ATAPI via /dev/hd* interface.
Linux sg driver version: 3.5.27
Using libscg version 'schily-0.9'.
scsibus1001:
	1001,0,0 100100) '_NEC    ' 'DVD_RW ND-4570A ' '1.02' Removable CD-ROM
	1001,1,0 100101) *
	1001,2,0 100102) *
	1001,3,0 100103) *
	1001,4,0 100104) *
	1001,5,0 100105) *
	1001,6,0 100106) *
	1001,7,0 100107) *

Merken muss man sich davon den Device-Code, in diesem Falle 1001,0,0.

Als nächstes fertigt man sich das Image für die DVD an.
Die geschieht mit dem Kommando
mkisofs -r -J -V <Label für die DVD> -o <Name der ISO-Datei> Pfad1 Pfad2 …
Es können beliebig viele Pfadnamen angegeben werden.
Der Befehl erzeugt die ISO-Datei aus allen in den Pfaden enthaltenen Dateien.

Um das Image zu testen kann man dies einmal in den Dateibaum einhängen.
mount -o loop <Name der ISO-Datei> <Mountpunkt> hängt das Image ein.
Als Mountpunkt kann z.B. /mnt/loop verwendet werden, sollte das Verzeichnis existieren, so ist es mit mkdir /mnt/loop anzulegen. Jetzt kann man sich unter /mnt/loop den potentiellen Inhalt der DVD anschauen (z.B. ls -lR /mnt/loop). Mit umount /mnt/loop hängt man das Image wieder aus.

Abschließend wird mittels cdrecord das Image auf die DVD gebrannt.
cdrecord -v -eject speed=8 dev=1001,0,0 driveropts=burnfree <Name der ISO-Datei>
leistet bei mir das Gewünschte.

Die Option driveroprts=burnfree sollte nur dann angegeben werden, wenn das Laufwerk burnfree unterstützt (s. Ausgabe von cdrecord -scanbus oben). Ergänzt man den Paramter -dummy, so wird zunächst das Schreiben nur simuliert (unbedingt zu empfehlen, bei den ersten Versuchen). -eject sorgt dafür, daß cdrecord die DVD nach getaner Arbeit automatisch auswirft. Der speed Paramter gibt die Brenngeschwindigkeit an und -v sorgt für etwas mehr informativen Output beim Brennen.

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