Steuererklärung unter Gentoo-Linux

In diesem Jahr habe ich das erste Mal die Steuer-Spar-Erklärung zur Erstellung meiner Steuererklärung verwendet, genauer die Steuer-Spar-Erklärung 2008 (SSE2008). Natürlich musste ich ausprobieren, ob ich diese Software auch unter Gentoo-Linux mit wine installieren kann.

Ich habe aktuell die Version wine-0.9.57 mit den USE-Falgs USE=“X alsa cups dbus gecko hal jpeg ncurses opengl samba scanner xml“ installiert.

Um eine neue Software unter wine zu installieren lege ich mir zuerst einen neuen User an, den ich nur zum Test der Software verwende. Damit vermeidet man Seiteneffekte und Abhängigkeiten zu anderen Anwendungen in der wine Installation.

Wer kein buntes Frontend dafür hat bedient sich des Kommandos adduser (natürlich als root):

Code:
adduser steuer -d /home/steuer -s /bin/bash -p secret -m

Dann hatte ich vergessen, den User steuer in die Gruppe audio aufzunehmen, wo SSE2008 doch so schön mit mir spricht. Also das noch schnell korrigieren:

Code:
gpasswd -a steuer audio

Jetzt zu User steuer wechseln (z.B. mit su – steuer) und die Installation mit „wine /mnt/cdrom/setup.exe“ starten (Voraussetzung ist, die CD ist bereits eingelegt und gemountet). Während der Installation beschwert sich SSE2008 darüber, dass der Windows Taschenrechner fehlt. Den Hinweis kann man einfach ignorieren.

Zuerst sollte man die Acrobat Reader Installation durchführen. Anschließend die normale SSE2008 Installation. Belässt man es bei den Standardeinstellungen, so verschwinden in der Anwendung Teilbäume und Schrift wird nicht immer vollständig angezeigt. Zur Lösung dieses Problems stellt man mittels winecfg Wine auf die Standardemulation Windows 98 um.

Die Online-Update Funktion von SSE2008 lädt zwar noch die Dateien herunter, leider funktioniert das Einspielen der Pakete nicht automatisch. Abhilfe schafft der durch die Akademische Arbeitsgemeinschaft zum Download bereitgestellt Sammel-Update.

Der Sammel-Update kommt als .exe Datei und kann einfach mit wine SSEUpdate.exe eingespielt werden.

Gestartet wird das Programme mittels wine .wine/drive_c/Programme/…/2008/Steuerprogramm/SSE.exe.

Die Eingabe funktioniert einwandfrei, ebenso die Berechnung. Es ist möglich Musterbriefe zu erstellen und im RTF Format zur weiteren Verwendung abzulegen. Die Druckvorschau sieht in Summe sehr gut aus, auch wenn es einige Seiten gibt, auf denen verschobene Schrift auftritt. Bisher hatte ich dieses Phänomen nur auf Seiten, die ohnehin nicht abgegeben werden. Die Steuerformulare sehen durch weg, abgabefähig aus und lassen sich auch einwandfrei drucken. Die unter Extras angebotenen diversen Rechner funktionieren. Die Abgabe über ELSTER habe ich nicht ausprobiert.

Gleiches gilt für die Funktionalität der Steuerprognose 2009.
Nicht betrachtet habe ich den Steuerberater, da ich vermute, die multimediale Vielfalt dieses Teils der Software, könnte noch ein bisschen viel für wine sein. ;-)

Ich hoffe und wünsche mir das die Akademische Arbeitsgemeinschaft, diese Linux/Wine-Kompatibilität beibehält und ggf. noch ausbaut, somit ist der Normalanwender dann völlig unabhängig von Wi.nd.ows.

 

Kommentare

  1. Thomas:

    Greift aktuell noch jemand auf diese Form der Steuererklärung zurück? Wenn ja, ich hätte da noch die ein oder andere Frage. Vielleicht kann mir jemand weiter helfen.

    Antworten

    • tuxlog:

      Hallo Thomas,

      frag doch einfach mal. Vielleicht kann ich Dir helfen.

      Antworten

  2. Jan:

    Find‘ deinen Titel cool! #KeinWindowsMehr :-) Ich hab‘ auch die Steuer-Spar-Erklärung 2012 jetzt unter Suse zum Laufen gebracht: Steuererklärung unter Linux hab‘ ich mal so alles zusammen geschrieben.

    Viele Grüße,

    Jan

    Antworten

  3. Godie:

    Hallo Hans,
    ich habe meine letzte Steuererklärung auch mit SSE 2008 gemacht, allerdings mit Ubuntu 9.04 und Wine.
    Aber das sollte keinen allzu großen Unterschied machen. Ich surfe gerade zufällig über dein Blog und wollte nur kurz einwenden, dass ich sogar die ELSTER Funktion einwandfrei zur Übertragung nutzen konnte. Ich hoffe genauso inständig wie du, dass die Programmacher das Programm so lassen, dass es wine fähig bleibt. Noch besser wäre es, wenn sie eine native Linux Version herausbrächten.
    Gruss, Godie

    Antworten

  4. webmaster:

    hallo Dan,

    eigentlich sollte dieser artikel meiner freude darüber ausdruck verleihen, endlich einmal die steuererklärung unter linux machen zu können und ich bedaure es, das er dich offenbar verstimmt hat.
    ich bin der meinung das wine team hat im letzten jahrzehnt wirklich gute arbeit gemacht und hilft uns linuxern dabei, die vision eines win.do.ws-freien arbeitsplatzes wirklichkeit werden zu lassen.

    die screenshots schicke ich dir gerne per pm.

    grüße
    hans

    Antworten

  5. Dan Kegel:

    Hi!
    Ich habe gerade das Programm getestet, und ich konnte Ihre Beschwerden,
    „Belässt man es bei den Standardeinstellungen, so verschwinden in der Anwendung Teilbäume und Schrift wird nicht immer vollständig angezeigt. Zur Lösung dieses Problems stellt man mittels winecfg Wine auf die Standardemulation Windows 98 um.“
    nicht bestaetigen.
    Koennen Sie genaue Klicks geben, um dieses Problem zu wiederholen?

    Denk mal daran, das wir Wine-Entwickler oft gar keine Ahnung haben,
    wie echte Benutzer denken, oder wie man einfache Anwendungen, erm,
    anwendet. Screenshots koennte dabei helfen.

    Bitten hier weiterdiskutieren:
    http://appdb.winehq.org/objectManager.php?sClass=version&iId=10105

    Vielen Dank!

    Antworten

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